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Chapter 5: Dschungelfeeling auf Pangkor Island

Stefan • January 29, 2019

sea-2019

Um von Penang aus auf die Insel Pangkor zu kommen muss ich zuerst zurück aufs Festland, nach Butterworth. Dort gibt es einen sehr modernen Busterminal. Erinnert eher an einen Flughafen, als an eine Busstation. Generell ist das Bussystem in Malaysien sehr gut. Alles Busse sehr modern und sicher. Bei weitem das beste Bussystem das ich bisher in Asien erlebt habe. Ich würde sagen sogar besser als in Österreich, und jedenfalls billiger.
Ich kaufe mir also ein Ticket nach Lumut, von wo aus ich mit einer Fähre nach Pangkor Island übersetzen kann.

Die Anreise nach Lumut verläuft problemlos. Nur die Fähre von Penang nach Butterworth ist kurz ein bisschen Action. In Penang gibt es nämlich zwei Jetty's (Bootanlegestellen) von wo aus Fähren wegfahren. Nichts angeschrieben, eh klar, und in aller Früh bin ich natürlich zuerst am falschen Jetty. Als ich das bemerke ist es schon ziemlich knapp um die erste Fähre noch zu erwischen. Ein kurzer morgentlicher Sprint mit vollem Gepäck rüber zum anderen Jetty (Erinnerungen an die stressige Abfahrt von Bangkok werden wach). Aber es geht sich alles aus, und ich erwische noch die Fähre nach Butterworth.

Nach Lumut sind es knappe 4 Stunden mit dem Bus. Am Busfenster zieht die Landschaft vorbei. Ein bisschen Dschungel, aber großteils riesige Palmen Plantagen (ausschließlich zur Palmöl Erzeugung). Zwischendurch lese ich ein bisschen und döse vor mich hin. In Lumut angekommen suche ich den Jetty, kaufe mir ein Ticket und steige auf die Fähre. Ich bin der einzige "Westler" an Board. Die Anderen sind malaysische Familien, malaysische Fischer und ein paar asiatische Touristen. Die Malaysier lächeln mich alle voll freundlich an und nicken mir zu.
45 Minuten später gehe ich auf der Insel Pangkor an Land.

Blick vom Guesthouse in den Dschungel Strand Mein Hauptstrand auf Pangkor

Welcome to the Jungle!

Die gesamte Insel ist eigentlich voll Duschungel. Nur an der Küste gibt es ein paar Strände, mit kleineren Siedlungen dahinter. Gleich bei der Bootanlegestelle gibt es eine kleine Stadt. Das gesamte Innere der Insel ist zugewachsen mit dichtem Dschungel.
Affen, Warane, Hunde, Katzen, Hendeln, Eidechsen und Geckos aller Art, sowie eine Vielzahl tropischer Vögel sind immer wieder anzutreffen. Besonders die Affen zieht es immer wieder zu den Stränden und den Menschen dort. Sie haben gelernt das es leichter ist bei den Menschen Nahrung zu finden, als selbst im Dschungel auf die Suche zu gehen.
Ich sitze gerade in meinem Lieblingsrestaurant, esse ein Nasi Goreng Seafood und beobachte eine Affenbande wie sie bestens organisert aus dem kleinen Supermarkt gegenüber zwei Packungen Chips stehlen. Der malaysische Eigentümer bemerkt es zu spät, und wirft einen Plastiksessel nach ihnen. Zu spät. Die Affen sind bereits wieder auf das Dach geklettert und am Weg zurück in den Dschungel.

Mein Guesthouse liegt ca zehn Minuten vom Strand entfernt, ganz hinten da wo der dichte Dschungel beginnt. In der Nacht höre ich Affen über das Blechdach meines Bungalows klettern. Gleich in der ersten Nacht entdecke ich eine ziemlich große, bisschen komisch aussehende, Spinne in meinem Schlafzimmer. Ich glaube nicht, dass sie giftig ist, aber möchte auch nicht einschlafen mit der Spinne neben meinem Bett.
Nach dem ersten Schreck über die Entdeckung überlege ich wie ich am besten weiter vorgehe. Eine gute Stunde wird es dauern bis ich die Spinnensituation gelöst, und den Spiderman aus meinem Bungalow befördert habe.

Hornbill Vogel Ein Truthahn Ein Affe Ein Affe genießt seine gestohlenen Chips Ein Affe im Baum Truthahn und Hendl Hornbills Spiderman Waran Puppies noch ein Affe

Der Typ aus Zimmer Y

Unter der Woche ist Pangkor wie ausgestorben. Dadurch das die meisten Malaysier nur übers Wochenende für einen Kurzurlaub kommen ist der Strand und die "Strandpromenade" dahinter von Montag bis Donnerstag fast vollkommen leer. Am Wochenende spielt es sich dafür umso mehr ab. Der Strand ist voller Malaysier, die (voll angezogen, wie es hier üblich ist) im Wasser planschen, mit Kajaks herum paddeln, Wasserski fahren oder sich von einem kleinen Moterboot auf unterschiedlichen aufblasbaren Gummiteilen nachziehen lassen.

Da es aber gerade Anfang der Woche ist, bin ich in meinem Guesthouse mittlerweile der einzige Gast. Es ist wirklich schön dort - und ich mag meinen Bungalow - aber es ist eigentlich vergleichsweise teuer. Und soviel Platz brauch ich auch garnicht. Da ich noch ein paar Tage länger auf Pangkor bleiben möchte mach ich mich auf die Suche nach einer etwas günstigeren Unterkunft. Ich gehe von Guesthouse zu Guesthouse und frage nach Zimmern für eine Person. Alle haben so ziemlich den selben Preis wie mein Bungalow.
In einer ziemlich schicken Appartment Anlage nahe beim Strand sitz ein älterer Malaysier hinter der Rezeption. Er ist der Chef der ganzen Anlage. Ich erkläre ihm das ich alleine unterwegs und auf der Suche nach einem günstigeren Zimmer bin. Er sagt er hat etwas für mich: Ein Zimmer für eine Person für 40 Ringgit.
"40 Ringgit?", frage ich ungläubig (das sind nur bissl mehr als 8€). "Yes, it's a good room", versichert er mir. Ich frage ob ich mir das Zimmer ansehen kann? Klar. Er führt mich durch die Anlage. Vorne sind die wirklich schicken Bungalows, und größeren Apartments. Weiter hinten beginnen die Zimmer. Zuerst sind auch die noch sehr schick, mit eigenem Balkon und allem. Je weiter wir nach hinten gehen, desto einfacher werden die Zimmer. Wir gehen ganz ans Ende der Hotelanlage.
Die Zimmer sind durchnummeriert. Zimmer 24, 25, 26... Wir stehen im aller hintersten Winkel des Hotels. Unter der Stiege in den zweiten Stock, ein bisschen Abseits der anderen Zimmer ist eine Türe. Anstatt einer Zimmernummer hängt hier nur ein großes "Y" an der Türe. Drinnen steht ein Bett und ein kleines Nachtkastl. Mehr passt nicht hinein. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, da der Raum keine Klimaanlage hat. Nur ein Ventilator schaufelt die feuchte Luft von einem Eck ins Andere. Von draußen ist ein konstantes Tropfgeräusch zu hören, das von den Klimaanlagen der besseren Zimmer einen Stock darüber kommt.
"OK?", fragt mich der Chef. "It's a good room.", fügt er nocheinmal lächelnd hinzu. Ich überlege kurz. "OK!", antworte ich, "It is a good room.". Wir lächeln beide, und am nächsten Tag ziehe in das Zimmer Y ein.

Das Zimmer ist wirklich nicht so schlecht. Vor meiner Türe steht ein kleines Tischerl im Schatten, an dem ich sitzen und arbeiten kann. Der WLAN Empfang ist auch hier hinten noch super. Klo und Badezimmer sind am Gang draußen, aber das ist voll Ok. Da ich außerdem der Einzige bin der kein eigenes Badezimmer hat, hab ich das dahinten immer für mich alleine.
Nur die Luftfeuchtigkeit im Zimmer ist ein bisschen störend. Nach dem ersten Tag beginnen sich meine Bücher aufzubiegen. Ich verpacke sie in Plastiksackerln und beschwere sie mit Zeug.

So verbringe ich also meinte Tage auf Pangkor. Morgens manchmal am Strand entlang laufen, Vormittags ein bisschen arbeiten, Nachmittags zum Strand entspannen. Ich habe meine drei, vier malaysischen Stammlokale für Frühstück, Mittag- und Abendessen. Teilweise kann man direkt am Strand sehr gut essen.
Ich liege am Strand im Schatten und lese Kafka, Die Verwandlung und Das Urteil. Selbst nach der eigentlichen Mittagshitze ist es in der Sonne nicht auszuhalten. Ich liege unter ein paar überhängenden Bäumen, am hintersten Rand des Strandes. Obwohl ich mit Sonnenschutzfaktor 50 eingeschmiert bin hole ich mir noch einen leichten Sonnenbrand. Die Malaysier schwimmen alle voll angezogen. Frauen tragen überhaupt mindestens zwei Schichten schwarze Kleidung. Dazu noch einen schwarzen Schleier.
Ich beobachte sie wie sie am Strand herumlaufen und im Wasser spielen. Für mich unverständlich wie sie diese Hitze aushalten, noch dazu in der schwarzen Kleidung..

Exkurs: Franz Kafka - Die Verwandlung

Als Gregor Samsa eines Morgens erwacht stellt er zu seiner Überraschung fest das er sich in ein riesiges Ungeziefer verwandelt hat. Diese Verwandlung isoliert ihn zunehmends von seiner Familie und seinem Umfeld.
Als Leser erfahren wir von Gregor Samsa's Gedanken, den Herausforderungen die er als Insekt zu meistern hat, und von den Konsequenzen die seine unfreiwillige Verwandlung mit sich bringt.

Ich habe Die Verwandlung jetzt das erste Mal gelesen und bin sehr begeistert. Wahnsinn, wie revolutionär diese Erzählung damals gewesen sein muss. 1912 geschrieben, 1915 erstmals veröffentlicht. Für mich wirkt sie auch Heute noch immer sehr revolutionär.

Exkurs II: Franz Kafka - Das Urteil

Georg Bendemann schreibt einen Brief an seinen Freund in Russland. Danach spricht er mit seinem Vater, dieser stellt zuerst die Existenz des Freundes in Russland in Frage und meint dann, dass der Tod seiner Frau (Georg's Mutter) Georg nicht so betroffen gemacht hat wie ihn selbst.
Das Szene geht strange weiter, bis schließlich der Vater Georg beschuldigt selbstüchtig und "ein teuflischer Mensch" zu sein. Der Vater verurteilt den Sohn "zum Tode des Ertrinkens". Georg Bendeman geht von zu Hause weg und stürtzt sich von einer Brücke.

Bitte was? Ich glaube ich verstehe die Erzählung nicht. An die Familie und Freunde: Worum geht es in Das Urteil wirklich? Kann sich jemand noch erinnern? Wenn ja gerne einen eMail oder sonstige Rückmeldung an mich. Würde mich wirklich interessieren was eure Gedanken dazu sind.

Da ich meistens der einzige Westler auf der Insel bin werde ich immer freundlich von allen angelächelt und gegrüßt. (Ein paar andere Westler trifft man natürlich schon noch. Ich tratsche mit Alex, einem Ukrainer der mit seiner Familie hier zwei Wochen Urlaub macht und ein faible für Metalldetektoren hat. Er hat soger seinen eigenen kleinen Detektor mitgenommen und sucht damit die Strände ab. Ich lasse mir das Gerät genau erklären und darf auch selbst eine Runde gehen. Auch ein paar Franzosen treffe ich.)
Anfangs ist es ein bisschen komisch immer von allen angeschaut zu werden. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Alien hier. Aber da alle so nett sind ist das voll Ok. So in etwa muss sich ein Syrer, oder ein Afrikaner in Österreich in einer kleineren Stadt fühlen. Nur dass der wahrscheinlich nicht immer nur freundlich angegrinst wird...
Ein, zweimal pro Tag werde ich von Malasyiern angesprochen woher ich komme, und gefragt ob sie ein Foto mit mir machen dürfen. Nach kurzer Zeit gewöhne ich mich daran und posiere mit den Leuten, die sich immer sehr freuen.

Beachlife Sonnenuntergang am Strand Ein anderer Sonnenuntergang am Strand

Die Pangkor Punks

Schon seit meiner Ankunft ist mir ein Mann aufgefallen der anscheinend schon bisschen länger auf der Insel ist. Ich sitze nach dem Abendessen gerade am Strand, da kommt er auf mich zu und spricht mich an. Er heißt Gerry, ist aus England und Anfang 50. Gerry hat eine Freundin in Thailand und reist gerade durch Malaysien, bevor er sie in Bangkok wieder besucht. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er immer wieder längere Zeit in Asien unterwegs. Er arbeitet als Techniker / Bühnenbauer für unterschiedliche Veranstaltungen (Theater, Musikkonzerte, Musicals) und kommt dadurch auch noch zusätzlich viel in der Welt herum. Gerry war schon so ziemlich überberall und hat viele lustige Geschichten zu erzählen. Mit seinem britischen Humor komme ich gut klar.

In meinem Hotel habe ich außerdem ein junges Pärchen kennen gelernt, die gerade aus Neuseeland angekommen sind und jetzt noch Malaysien bereisen. Karin ist 24, aus Schweden (aber eigentlich chinesischer Abstmmung. Sie wurde als Kind nach Schweden adoptiert). Ihr Freund Felix ist 18 aus England. Sie sind klassische Backpacker, und wie ich durch Zufall auf der Insel Pangkor gelandet.
Da ich Gerry jeden Tag begegne (wir haben auch die gleichen Stammrestaurants) dauert es nicht lange bis sich der Kreis schließt und auch Karin & Felix ihn kennen lernen. Von da an treffen wir uns eigentlich jeden Abend, gehen gemeinsam Abdendessen, sitzen am Strand, tratschen und trinken Bier. Gerry hat sich schon ein bisschen von den lokalen Sitten abgehoben und trinkt sein Bier auch ungeniert in der Öffentlichkeit. Sogar in Restaurants nimmt er sich ein Bier mit (da fragt er aber zumindest ob das eh ok ist).
Felix ist zufälligerweise aus dem gleichen Stadtteil in London wie auch Gerry. Die zwei verstehen sich auch gleich auf Anhieb und binnen kürzester Zeit rennt ein sehr guter Schmäh in unsrer kleinen Gang. Felix ist dafür, dass er erst 18 ist sehr reif und generell locker drauf. Er hat wohlhabende Eltern und war auf einer alternativen Privatschule in London. Gerry und ich machen gerne Witze über seine "elitäre" Ausbildung.

So fallen wir in Pangkor auf. Wir sind die Westler, die am Strand herumlungern und Bier trinken.
Freitag Nacht spielt eine malaysische Straßenband auf der Hauptstraße. Wir sind natürlich mit dabei. Gerry weiß die besten Plätze um auf der Insel billig(er) an Bier zu kommen. In den chinesischen Shops ist es am billigsten. "Im Gegensatz zu den Malaien, die wirklich stark an ihre Religion glauben, glauben die Chinesen nur ans Geld. Deshalb kannst du dort auch immer alles kaufen", witzeln Gerry und ich.
Wir sitzen am Strand, tauschen Reisetips aus und erzählen uns witzige Geschichten. Gerry erzählt von unfreiwilligen Schwimmversuchen im Ganges, Indisch-thailändischen-ladyboy-hookern, Schießereien in Koh Tao Mitte der 90er Jahre, und andere verrückte Stories.

Gerry, Karin und Felix beim ausgiebigen Dinner Karin beim Hornbills füttern Dinner am Strand

Jungletrekking

Früh am Vormittag (bevor es zu heiß wird) starte ich mit Karin und Felix in den Dschungel. Ich habe von einem Wasserfall nicht allzu weit entfernt gehört, zu dem ich gerne gehen möchte. Alleine in den Dschungel zu hiken ist mir bisschen zu unsicher, deshalb freue ich mich das Karin und Felix gleich voller Begeisterung zugesagt haben. Gerry lässt aus und entspannt lieber am Strand.
Nach einer halben Stunde Gehzeit im Dschungel finden wir den Wasserfall. Es ist eher ein Rinnsal über Steine, aber trotzdem schön um kurz Pause zu machen und zu verschnaufen. Es ist drückend schwül im Wald drinnen und wir hören unterschiedlichstes Vögel gezwitscher, Chrickets (wie größere, viel lautere Heuschrecken) zirpen und viele Tierlaute die ich nicht zuordnen kann. Alles fühlt sich fremd und nach Urwald an.

Wir wandern ca eine Stunde weiter durch den Dschungel. Plötzlich schreit Karin bisschen panisch wir sollen stehen bleiben. An ihren Beinen haben sich zwei Leeches festgesaugt. Leeches sind kleine (bis mittelgroße) blutsaugende "Würmer". Sie saugen sich an der Haut fest und schauen wirklich grauslig komisch aus. Ich kannte die schon aus Nepal (dort waren sie noch bisschen größer). Eigentlich soll man Leeches nicht direkt runterreißen, da man dann sehr stark zu bluten beginnt und Narben zurück bleiben. Aber Karin ist so panisch, dass sie darauf besteht. Ich reiße ihr mit einer Pinzette die Blutsauger runter, desinfiziere die Wunden und klebe ein Pflaster drüber (Wiedereinmal macht sich das Travel First Aid Kit bezahlt, das ich von Ruth bekommen habe. Danke dafür, nochmal!).
An Felix Füßen haben sich auch zwei Leeches festgesaugt. Er bleibt locker, lacht darüber und möchte sie zuende saugen lassen, bis sie irgendwann von alleine los lassen. Bei mir dank guter Schuhe (und vorallem guter, hoher Socken) haben es bis dato keine Leeches rauf geschafft. Wir untersuchen uns alle nocheinmal gegenseitig. Alles Ok. Karin reicht es trotzdem, sie möchte wieder raus aus dem Dschungel. Felix und ich überreden sie noch wenigstens die Runde fertig zu gehen. Meiner Berechnung nach sollten wir wenn wir weiter Richtung Westen gehen bald wieder auf die Hauptstraße die, rund um die Insel führt, stoßen.
Nach ca einer weiteren halben Stunde treffen wir wirklich auf die Straße und können auf dieser wieder zurück gehen. Kurz vor unserem Strand biegen wir ab in Richtung einiger Klippen, die ich schon seit dem ersten Tag ansehe. Da gerade Ebbe ist können wir gut über die Klippen klettern und finden dahinter einen versteckten kleinen Strand. Ausser uns und ein paar Affen ist niemand dort. Wir verscheuchen die Affen und Felix und ich gehen ins Meer schwimmen. Danach dösen wir noch etwas am Strand. Es war eine gute Tour.


Erkundschaften der Insel

Dem Hauptstrand, an dem ich meistens den Nachmittag verbringe, etwas vorgelagert befindet sich eine zweite, kleinere Insel. Sie sieht nicht so weit entfernt aus. Seit Tagen überlege ich ob ich nicht einfach hinüber schwimmen kann. Aber ich bin unsicher. Sollte die Entfernung doch größer sein als gedacht und meine Kraft reicht nicht aus, ist das eine ungute Situation. Ich sehe viele Malaysier die sich ein Kajak ausborgen und hinüber paddeln. Keiner von ihnen kann mir sagen ob man es auch schwimmen kann.
An diesem Tag bin ich schon deutlich früher am Strand als sonst. Es ist Ebbe und ich bin überrascht: Der Strand ist fast nicht wieder zu erkennen. Das Meer ist sehr weit zurück gegangen. Gefühlt um zwei Meter scheint der Wasserspiegel in der gesamten Bucht niedriger zu sein als normalerweise. Ich habe noch nie gesehen, dass das Meer so stark zurück geht, der Wasserspiegel so sehr fällt.
Ich nutze die Gunst der Stunde und beginne in Richtung der Insel hinüber zu waten. Und wirklich, bis zur Insel hinüber lässt sich alles gehen. Eine Viertelstunde dauert es, dann stehe ich auf der anderen Insel und blicke auf den eigentlichen Hauptstrand und Pangkor zurück. So eine schöne Insel, voller Dschungel. Erinnert mich an die Insel aus der Fernsehserie Lost.

Da das Meer langsam zurück kommt mache ich mich wieder auf den Rückweg. Diesmal versuche ich es zu schwimmen. Mit der Sicherheit im Hinterkopf im schlimmsten Fall jederzeit aufstehen und gehen zu können (sollte mich die Kraft verlassen), schaffe ich es auch schwimmend wieder zurück.

Schwimmende Moschee auf Pangkor Island Holländisches Fort auf Pangkor Island Malaysische Kinder beim im Meer spielen

Zwei Tage borge ich mir ein kleines viergängiges Moped aus, um die Insel besser erkunden zu können. Der Sprit ist lächerlich günstig. Ein Volltank für nichteinmal einen Euro. Ich umrunde die Insel an einem Nachmittag zweimal. Die Straße schlängelt sich der Küste entlang, geht bergauf und bergab, es ist eine wirklich lässige Fahrt.
Einmal möchte mich in voller Fahrt ein Affe attackieren, der mitten auf der Straße sitzt. Ich hupe und schreie ihn so laut wie möglich an, trotzdem zuckt er noch kurz in meine Richtung als ich auf gleicher Höhe bin. Danach erst bemerke ich dass das anscheinend die Affenmama war. Ihre kleinen Affenbabies sitzen am Straßenrand, die wollte sie beschützen.

Bis auf die Strände und den allgegenwärtigen Dschungel gibt es nicht soviel zu sehen auf Pangkor. Ich fahre an einer sehr schönen, auf Stelzen im Wasser gebauten Moschee vorbei. Kurz stoppe ich an den Überresten eines alten holländischen Forts. Auf Pangkor waren also die Holländer, und haben hier eine ihrer Kolonien betrieben.

Am zweiten Tag mit dem Moped fahre ich nurnoch sporadisch herum. Ich nutze meine Mobilität um ein paar Erledigungen zu machen. Ich fahre zur "Town" um frische Ringgit vom Bankomaten abzuheben, kaufe mir neuen Mosquito Spray und shoppe ordentlich bei den Obststandl ein (Mango's, eh wie immer, aber diesmal kann ich größere Mengen transportieren).


Abschied von Pangkor Island

Die Tage verinnen wie im Flug. Über eine Woche ist bereits vergangen, und ich fühle, es wird Zeit weiter zu reisen. Auch wenn ich auf dieser Insel noch ewig bleiben könnte.
Gerry, Karin und Felix haben auch vor, die Insel demnächst zu verlassen. Wir reisen zwar alle in unterschiedliche Richtungen weiter, aber wir beschließen trotzdem am gleichen Tag abzureisen. Da Gerry und ich auch zum gleichen Busbahnhof am Festland möchten werden wir die gleiche Fähre zurück nach Lumut nehmen.

An unserem letzten Abend beschließen wir alle gemeinsam noch einmal extra schick essen zu gehen. Wir spazieren zu einem der Restaurants direkt am Strand und bestellen uns ein Menü für vier Personen. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichsten Speisen. Fisch, Shrimps, Tintenfisch, unterschiedlichste Reisgerichte, Hendl in verschiedensten Variationen, zwei unterschiedliche Suppen. Die malaysische Familie in deren Restaurant wir sind hört gar nicht mehr auf Speisen zu bringen. Dazu soviel Limetten Saft wie wir trinken möchten. Gerry hat sich natürlich sein eigenes Bier mitgenommen und verzichtet auf den Limetten Saft.

Nach dem Essen setzen wir uns noch ein letztes Mal an den Strand und trinken Bier. Gerry sagt er hat noch eine Flasche Rum im Guesthouse, die er gerne zur Feier des Abschieds mit uns trinken möchte. Keine Anhung wo er die wieder her hat.
Wir setzen uns noch zu Karin und Felix ins Guesthouse (sie haben zwischenzeitlich in ein anderes Guesthouse gewechselt). Dort gibt es ein gemütliches Platzerl. Gerry bringt den Rum, ich besorge Coca Cola und nehme meine Musikbox mit. Der Rum ist pur nicht zu genießen, aber mit dem Cola ganz Ok.
Wir hören eine meiner halb Soul / halb Jazz Playlisten, trinken Cola Rum, spielen Karten, tratschen und lachen. Es ist ein lustiger letzter Abend.

Ich verabschiede mich noch von Karin und Felix, die werde ich morgen früh nichtmehr sehen. Wir tauschen Kontakte aus und auch hier steht das Angebot uns gegenseitig zu besuchen, falls wir in den jeweiligen Ländern sind.

Am nächsten Morgen treffe ich mich früh mit Gerry bei unserem standard Frühstückrestaurant. Nasi Lemak und Tee, wie immer. Nach dem Frühstück ruft uns die Frau vom Restaurant ein Taxi zum Jetty. Gerry und ich steigen auf die Fähre zurück ans Festland, nach Lumut.
Dort am Busbahnhof trennen sich auch unsere Wege. Gerry fährt mit dem Bus Richtung Norden und wird noch einen Stop auf Langkawi machen, bevor er seine Freundin in Thailand besuchen fährt. Gerry kennt sich aus auf Langkawi, war schon öfters dort. Ich erkläre ihm wie er Mino's Batik Village findet und ersuche ihn er soll mir Mino, Marcus, Yuko und alle lieb grüßen lassen.
Ich verspreche Gerry mich zu melden, sollte ich vor der Heimreise nocheinmal in Thailand stoppen.

Obwohl auch diese Abschiede, von Karin und Felix und besonders von Gerry, ein bisschen traurig sind bin ich guter Laune. Schön langsam gewöhne ich mich wieder an Verabschiedungen.
Ich lasse die Dschungelinsel hinter mir und steige in den Bus nach Kuala Lumpur. Als nächstes steht wieder Stadtdschungel am Programm.

Noch ein Dschungel Bild Vor dem Dschungel Mit dem Moped Mit Gerry auf der Fähre, runter von Pangkor Island